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Personen sitzen in einem Klassenzimmer an Tischen, einige tragen bunte T-Shirts.
Bild: Shutterstock.com/CarlosBarquero

Ratgeber für die berufliche Bildung

Alle wichtigen Wege zum Beruf im Überblick

Die Schule ist (fast) geschafft, jetzt geht es um den weiteren Bildungsweg – hinein in einen Beruf. Was ist mit Berufsbildung genau gemeint und welche Möglichkeiten gibt es in Deutschland? Unser Ratgeber zeigt Ihnen die wichtigsten Wege zum Wunschberuf und erklärt die Unterschiede.

Was ist Berufsbildung genau?

Berufliche Bildung oder Berufsbildung meint alle Ausbildungsmöglichkeiten, die Menschen über die allgemeine Schulbildung hinaus dazu befähigen, einen Beruf auszuüben. In Deutschland gibt es folgende Berufsbildungswege:

  • die duale Berufsausbildung
  • das (duale) Studium
  • die schulische Berufsausbildung bzw. das Studium
  • die Abiturientenausbildung

Was ist berufliche Bildung nicht? Allgemeinbildende Bildungswege wie etwa der Besuch des Gymnasiums gehören nicht zur beruflichen Bildung – wohl aber ein Studium, das auf einen Beruf vorbereitet.

Auch die berufliche Weiterbildung ist von der Berufsbildung zu unterscheiden: Eine Weiterbildung dient nicht dazu, eine Person für einen Beruf auszubilden, sondern bereits vorhandene Kenntnisse zu erweitern, zu vertiefen oder durch eine Umschulung auf ein neues Berufsfeld zu übertragen. Voraussetzung ist in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine vorausgegangene Berufstätigkeit.

Diese Wege zum Beruf gibt es in Deutschland

Bei Weitem am häufigsten1 wird in Deutschland die duale Berufsausbildung gewählt, oft auch als „Lehre“ bezeichnet. In diesem Modell besuchen die Auszubildenden ein bis zwei Tage pro Woche eine Berufsschule und erwerben in der restlichen Zeit praktische Kenntnisse im Betrieb. Für diese Arbeit erhalten sie von Beginn an ein Gehalt. Besonders beliebt ist dieser Weg zum Beispiel für die Ausbildung im Handwerk, in der Industrie oder in der Landwirtschaft.

Im akademischen Bereich ist das Gegenstück dazu das duale Studium: Hier steht der Erwerb akademischen Wissens im Vordergrund, die Studierenden setzen ihre neuen Kenntnisse jedoch direkt in einem Unternehmen um und erarbeiten sich so Praxiswissen – mit Arbeitsvertrag und Vergütung.

Ohne duale Komponente gibt es für Ausbildungsberufe die reine schulische Berufsbildung, die an Fachschulen  oder Berufsfachschulen erworben wird. Ausbildungen in der Pflege oder soziale Berufsausbildungen gestalten sich häufig auf diese Weise. Im akademischen Bereich wäre das Pendant dazu das Studium ohne begleitende Arbeit im Betrieb. Eine Vergütung erhalten die Lernenden für diese Arten der Berufsbildung nicht, vielmehr erheben die Schulen häufig Gebühren für die Ausbildung.

Die Abiturientenausbildung, auch Sonderausbildung der Wirtschaft genannt, richtet sich – wie die Bezeichnung vermuten lässt – ausschließlich an Abiturientinnen und Abiturienten, häufig in Berufsfeldern wie Wirtschaftsinformatik oder Verkehrswesen (insbesondere Fluglotsen). Auf dem Lehrplan stehen beispielsweise EDV-Kurse, Buchführung oder Marketing.

Tipp: Prüfen Sie, ob Sie Anspruch auf finanzielle Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) haben. So lassen sich Lebenshaltungskosten und Ausbildungsgebühren leichter tragen.

1 https://www.eu-gleichbehandlungsstelle.de/eugs-de/eu-buerger/infothek/berufliche-bildung#tar-1