Das Wichtigste in Kürze
- Die Pflegeausbildung führt zur generalistischen Qualifikation als Pflegefachperson. Sie vereint frühere Pflegeberufe und ermöglicht den Einsatz in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche sowie im ambulanten Dienst.
- Die Pflegeausbildung dauert regulär drei Jahre und kombiniert Theorie mit umfangreicher Praxis. Lerninhalte umfassen medizinisches Wissen, pflegerische Maßnahmen, Pflegedokumentation und rechtliche Grundlagen, ergänzt durch Einsätze in verschiedenen Versorgungsbereichen.
- Zugangsvoraussetzungen und Ausbildungswege sind flexibel gestaltet. Neben dem Mittleren Schulabschluss gibt es alternative Zugangswege, Anrechnungsmöglichkeiten und die Option eines Pflegestudiums mit doppeltem Abschluss.
Überblick: Welche Pflegeberufe gibt es?

Vor einigen Jahren kam das neue Pflegeberufsgesetz heraus, das mehrere der ursprünglichen Pflegeberufe in einer Ausbildung vereint. Die bisherigen Pflegeausbildungen (Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und Altenpflege) fasst jetzt die allgemeine Ausbildung zur Pflegefachperson (Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann) zusammen. Diese kombiniert theoretische Kenntnisse in Fächern wie Anatomie, Krankheitslehre, Chemie und Recht mit praktischen Fertigkeiten wie Körperpflege, Verbandswechseln und der Durchführung von medizinischen Maßnahmen.
Mit dieser allgemeinen („generalistischen“) Ausbildung können Sie nach dem Abschluss in verschiedensten Einrichtungen arbeiten – vom Krankenhaus über Pflegeheime oder Einrichtungen für Kinder und Jugendliche bis hin zum ambulanten Pflegedienst, der Menschen im eigenen Zuhause versorgt.
Vorerst bis 2025 gibt es die Möglichkeit, mithilfe einer Vertiefung in der Ausbildung eine Spezialisierung im Bereich Altenpflege oder Kinderpflege zu absolvieren. Der allgemeine Abschluss berechtigt aber ebenfalls dazu, mit sämtlichen Altersgruppen zu arbeiten: von Säuglingen bis zu Seniorinnen und Senioren.
Wie arbeitet eine Pflegefachperson?

Wer eine Pflegeausbildung absolviert, hat vor allem viel mit Menschen zu tun: Menschen zu pflegen und zu versorgen ist der absolute Schwerpunkt dieses Berufsfeldes. Das können fast gesunde, aber auch schwer kranke Menschen sein. Ebenso kann es sich um eine kurzzeitige Akutpflege im Krankenhaus oder um eine Langzeitpflege in einem Pflegeheim handeln.
Es geht aber nicht allein um die direkte pflegerische Arbeit am Menschen. Eine wichtige Rolle bei dieser Tätigkeit spielt zum Beispiel auch die Pflegedokumentation: Pflegefachpersonen erfassen unter anderem pflegerische Maßnahmen und deren Ergebnisse, den Medikamentenplan sowie zahlreiche Informationen über die zu pflegende Person – beispielsweise zu Schmerzen, Wunden, spezieller Diät oder Fieber. Diese Dokumentation ist nicht nur rechtlich vorgeschrieben, sondern hilft auch dabei, dass anderes Personal lückenlos übernehmen kann.
Aus diesen Gründen sollten Menschen, die eine Ausbildung in der Pflege anstreben, ein hohes Verantwortungsbewusstsein sowie Detailgenauigkeit und natürlich ein großes Interesse am Kontakt mit Menschen mitbringen. Einfühlungsvermögen sowie eine freundliche und zugewandte Art dürfen nicht fehlen. Außerdem ist körperliche Belastbarkeit wichtig, denn Pflegefachpersonen sind viel körperlich im Einsatz und arbeiten häufig im Schichtdienst – also auch nachts. Und auch psychisch kann ein Beruf in der Pflege der Person, die ihn ausübt, viel abverlangen, denn mit jeder Krankheit ist ein menschliches und oft nicht einfaches Schicksal verbunden.
Wie läuft eine Ausbildung in der Pflege ab?
Um eine Pflegeausbildung zu beginnen, schließen Sie meist einen Ausbildungsvertrag direkt mit einer Pflegeeinrichtung, einer Klinik oder auch einem ambulanten Pflegedienst ab. In selteneren Fällen wird der Vertrag direkt mit einer Pflegeschule geschlossen, die mit einem Pflegebetrieb zusammenarbeitet.
Die reguläre Ausbildungszeit beträgt drei Jahre, wobei dank einer Teilzeitregelung auch die berufsbegleitende Ausbildung möglich ist. Dadurch verlängert sich die Ausbildungszeit. Mitunter können bereits vorhandene Erfahrungen aus relevanten Ausbildungen (etwa im Bereich Pflegeassistenz) teilweise angerechnet werden.
Zugangsvoraussetzung ist grundsätzlich der Mittlere Schulabschluss. Wer jedoch einen Hauptschulabschluss (die Berufsbildungsreife) und eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann, darf ebenfalls eine Ausbildung in der Pflege absolvieren.
Alternative: Pflegestudium
Es besteht auch die Möglichkeit, sich mittels eines Studiums im Bereich Pflege ausbilden zu lassen. Absolventinnen und Absolventen dürfen dann nicht nur in der Pflege arbeiten, sondern auch einige Aufgaben übernehmen, die ansonsten Ärztinnen und Ärzten vorbehalten sind. Das Pflegestudium führt zu einem doppelten Abschluss: dem zur Pflegefachperson und einem Bachelor im Fach Pflege. Neben dem reinen (auch berufsbegleitenden) Studium ist ein duales Studium in der Pflege möglich.
Tipp: Informieren Sie sich auch über weitere interessante Ausbildungen im Gesundheitswesen und machen Sie sich mit dem Lehrwerkssortiment Pflege bei Cornelsen vertraut. Die beliebte Reihe Pflegias beispielsweise enthält den gesamten Lehrstoff für die generalistische Pflegeausbildung.
Finanzielle Unterstützung für die Pflegeausbildung
Pflegepersonal wird in Deutschland nach wie vor verstärkt gesucht. Entsprechend attraktiv gestalten sich die Ausbildungsbedingungen: Die Ausbildung an sich ist kostenlos bzw. wird vergütet. Der Träger ist verpflichtet, notwendiges Unterrichtsmaterial kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Eine Umschulung ist mitunter mit Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit möglich.






