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Kaufmännische Ausbildung
Bild: Shutterstock.com/Monkey Business Images

Ausbildung fĂĽr Automobilkaufleute

Einstieg in eine dynamische Branche

Die Automobilbranche verbindet Technik, Wirtschaft und Menschen – und genau an dieser Schnittstelle sind Automobilkaufleute tätig. Die Ausbildung vermittelt sowohl kaufmännisches als auch technisches Wissen und bereitet auf einen abwechslungsreichen Beruf vor.

Das Wichtigste in KĂĽrze

  • Die Ausbildung Automobilkaufleute verbindet kaufmännische Inhalte mit technischem Verständnis. Sie qualifiziert fĂĽr Tätigkeiten im Fahrzeugverkauf, in Servicebereichen und in administrativen Abläufen der Automobilbranche.
  • Die Ausbildung dauert drei Jahre und folgt dem dualen System mit gestreckter AbschlussprĂĽfung. Auszubildende lernen im Betrieb und in der Berufsschule, durchlaufen mehrere Abteilungen und erwerben praxisnahes Fachwissen.
  • Automobilkaufleute profitieren von vielfältigen Einsatz- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Nach der Ausbildung sind Spezialisierungen in Verkauf, Service, Disposition oder Marketing möglich, ergänzt durch Weiterbildungen wie Automobilverkäufer/in oder Serviceberater/in.

Zwischen Showroom und BĂĽro: das Berufsbild im Ăśberblick

Automobilkaufleute arbeiten dort, wo Fahrzeuge verkauft, verwaltet und betreut werden. Das Berufsbild kombiniert kaufmännische Tätigkeiten mit technischem Verständnis und intensivem Kundenkontakt. Die Ausbildung für Automobilkaufleute umfasst daher – wie viele kaufmännische Ausbildungen – ein breites Aufgabenspektrum.

Der Arbeitsalltag ist vielseitig: Automobilkaufleute organisieren Probefahrten, besprechen Finanzierungs- und Leasingoptionen, prüfen Bestellungen und bereiten Kaufverträge vor. Sie koordinieren Werkstatttermine, bearbeiten Garantiefälle und kümmern sich um das Unfallschadenmanagement. Auch die Planung von Marketingaktionen, Messeauftritten oder Verkaufsveranstaltungen gehört zum Tätigkeitsfeld. Dabei arbeiten sie eng mit verschiedenen Abteilungen zusammen – von der Werkstatt über das Lager bis zur Buchhaltung.

Die Ausbildung für Automobilkaufleute kann in Autohäusern, bei Automobilherstellern oder bei Importeuren absolviert werden. Jeder dieser Arbeitgeber bietet unterschiedliche Schwerpunkte: Während in Autohäusern der direkte Kundenkontakt im Vordergrund steht, geht es bei Herstellern oft um größere Vertriebsstrukturen und strategische Prozesse.


Ausbildung fĂĽr Automobilkaufleute: drei Jahre Praxis und Theorie kombiniert

Die Ausbildung zum Automobilkaufmann bzw. zur Automobilkauffrau folgt dem dualen System und dauert regulär drei Jahre. Auszubildende wechseln zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb und sammeln so kontinuierlich praktische Erfahrungen, während sie parallel theoretisches Fachwissen aufbauen. Bei sehr guten schulischen Leistungen oder entsprechenden Vorkenntnissen besteht die Möglichkeit, die Ausbildungszeit zu verkürzen.

Seit der Neuordnung des Ausbildungsberufs wird eine gestreckte Abschlussprüfung durchgeführt. Diese besteht aus zwei Teilen, die zeitlich voneinander getrennt stattfinden. Azubis absolvieren Teil 1 der Prüfung etwa zur Hälfte der Ausbildung für Automobilkaufleute. Er ersetzt die frühere Zwischenprüfung. Das Ergebnis fließt bereits in die Abschlussnote ein. Teil 2 erfolgt am Ende der Ausbildung. Die Gesamtnote setzt sich aus beiden Prüfungsteilen zusammen.

Tipp: FĂĽr eine optimale Vorbereitung auf die PrĂĽfung bietet Cornelsen speziell abgestimmte PrĂĽfungsmaterialien fĂĽr Automobilkaufleute an.

Lernfelder und praktische Einsätze

In der Berufsschule werden während der Ausbildung für Automobilkaufleute insgesamt zwölf Lernfelder unterrichtet. Diese decken ein breites Spektrum ab: von bürowirtschaftlichen Abläufen über Disposition und Beschaffung hin zu Vertrieb, Marketing und Rechnungswesen. Auszubildende lernen, wie professionelle Verkaufsgespräche geführt werden, wie das Unfallschadenmanagement funktioniert und welche rechtlichen Rahmenbedingungen im Automobilhandel gelten. Auch technische Grundlagen zur Funktionsweise von Fahrzeugen stehen auf dem Lehrplan – schließlich müssen Automobilkaufleute die Kundschaft kompetent beraten können.

Im Ausbildungsbetrieb durchlaufen angehende Automobilkaufleute verschiedene Abteilungen und erhalten so einen umfassenden Einblick in die Abläufe eines Autohauses oder Herstellers:

  • Kundenberatung und Verkauf von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen
  • Annahme und Bearbeitung von Werkstattaufträgen
  • Disposition und Bestellung von Fahrzeugen und Ersatzteilen
  • Kalkulation von Preisen und Finanzierungsangeboten
  • Buchhaltung und kaufmännische Verwaltung
  • Marketing und Organisation von Verkaufsaktionen
  • Lagerverwaltung und Fuhrparkmanagement

Tipp: Cornelsen hält einschlägige Lehrwerke zur Ausbildung für Automobilkaufleute bereit, welche die Vielfalt der Lerninhalte widerspiegeln.


Anforderungen an angehende Automobilkaufleute

Formal ist für die Ausbildung zum Automobilkaufmann bzw. zur Automobilkauffrau kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die meisten Betriebe jedoch Auszubildende mit Mittlerer Reife ein. Auch mit einem guten Hauptschulabschluss oder mit Abitur sind Bewerbungen möglich – entscheidend ist letztlich die Kombination aus schulischen Leistungen und persönlicher Eignung.

Besonders wichtig bei der Ausbildung für Automobilkaufleute ist die Doppelausrichtung des Berufs: Interesse an Technik sollte ebenso vorhanden sein wie Freude am Umgang mit Menschen. Wer sich für Fahrzeugtechnik begeistert, gleichzeitig aber auch gerne berät, kommuniziert und verkauft, bringt ideale Voraussetzungen mit.

Kommunikationsstärke ist unverzichtbar, denn der Kontakt mit der Kundschaft nimmt einen großen Teil der Arbeitszeit ein. Ob beim Verkaufsgespräch, bei der Klärung von Reklamationen oder bei der Beratung zu Finanzierungsoptionen – Automobilkaufleute müssen sich verständlich ausdrücken, aktiv zuhören und auf unterschiedliche Persönlichkeiten einstellen können. Kaufmännisches Denken hilft bei Kalkulationen, Angebotserstellung und der Beurteilung wirtschaftlicher Zusammenhänge. Organisationstalent ist gefragt, wenn mehrere Aufträge parallel bearbeitet oder Termine koordiniert werden müssen.

Berufliche Perspektiven in der Automobilbranche

Nach Abschluss der Ausbildung für Automobilkaufleute eröffnen sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Viele Absolventinnen und Absolventen bleiben im Autohaus und spezialisieren sich auf bestimmte Bereiche – etwa den Verkauf von Neu- oder Gebrauchtwagen, die Serviceberatung, das Flottenmanagement oder die Disposition. Auch bei Automobilherstellern, Importeuren oder im Großhandel mit Fahrzeugen und Zubehör werden Automobilkaufleute beschäftigt.

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung zum Automobilkaufmann bzw. zur Automobilkauffrau liegt zwischen ca. 2.400 und 3.200 Euro brutto monatlich – abhängig von Region, Betriebsgröße und Tarifbindung. Mit zunehmender Berufserfahrung und Weiterqualifizierung steigt das Gehalt deutlich an. Wer in den Verkauf wechselt, kann zusätzlich von Provisionen profitieren, die das Einkommen erheblich aufbessern.

Die Weiterbildungsmöglichkeiten sind attraktiv und vielfältig. Besonders gefragt sind Qualifikationen zum/zur Automobilverkäufer/in oder zum/zur Serviceberater/in. Diese Weiterbildungen dauern zwischen sechs und 24 Monaten – je nachdem, ob sie in Vollzeit oder berufsbegleitend absolviert werden. Auch eine Weiterbildung zum Serviceassistenten bzw. zur Serviceassistentin oder zum/zur Betriebswirt/in mit Schwerpunkt Automobilwirtschaft ist möglich und öffnet Türen zu Führungspositionen.

Die Automobilbranche befindet sich im Wandel: Elektromobilität, Digitalisierung und neue Mobilitätskonzepte verändern das Geschäftsfeld. Wer die Ausbildung für Automobilkaufleute absolviert, erwirbt damit eine solide Basis, um diese Veränderungen aktiv mitzugestalten und sich auf zukunftsorientierte Geschäftsfelder zu spezialisieren.

Weitere Fragen

Was braucht man fĂĽr eine Ausbildung als Automobilkauffrau bzw. Automobilkaufmann?

Für die Ausbildung als Automobilkauffrau bzw. Automobilkaufmann ist formal kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe meist Personen mit Mittlerer Reife ein, wobei auch Hauptschulabschluss oder Abitur möglich sind. Wichtige Voraussetzungen sind Interesse an Technik, Freude am Umgang mit Menschen und kaufmännisches Denken. Zusätzlich werden Kommunikationsstärke und Organisationstalent erwartet.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Autoverkäufer bzw. Autoverkäuferin?

Die Tätigkeit als Autoverkäuferin bzw. Autoverkäufer erfordert keine eigene Ausbildung, sondern eine Weiterbildung. Grundlage ist in der Regel die dreijährige duale Ausbildung zur Automobilkauffrau bzw. zum Automobilkaufmann. Die anschließende Weiterbildung zur Automobilverkäuferin bzw. zum Automobilverkäufer dauert je nach Anbieter und Form zwischen etwa sechs und 24 Monaten.

Wie werde ich Automobilverkäufer bzw. Automobilverkäuferin?

Automobilverkäuferin und Automobilverkäufer wird man in der Regel über den Abschluss der Ausbildung für Automobilkaufleute und eine anschließende spezialisierte Weiterbildung. Diese Weiterbildung vermittelt vertieftes Wissen zu Verkaufsgesprächen, Finanzierungsmodellen und Produktkenntnissen. Sie dauert mehrere Monate und wird häufig berufsbegleitend durchgeführt. Der Abschluss eröffnet den Einstieg in den Fahrzeugverkauf und ermöglicht provisionsbasierte Einkommensteile.

Welche Qualifikationen benötige ich, um Verkäuferin bzw. Verkäufer zu werden?

Für eine Tätigkeit im Fahrzeugverkauf sind kaufmännische Grundlagen, technisches Interesse und Kommunikationsstärke wichtig. Eine abgeschlossene Ausbildung zur Automobilkauffrau bzw. zum Automobilkaufmann bietet eine besonders geeignete Basis, ist jedoch nicht zwingend vorgeschrieben. Ergänzend werden Kenntnisse in Beratung, Reklamationsbearbeitung und Kalkulation erwartet, die häufig im Rahmen einer spezialisierten Weiterbildung vermittelt werden.