Das Wichtigste in Kürze
- Eine Bewerbung für eine Ausbildung muss individuell und strukturiert sein. Das Anschreiben sollte spezifisch auf das Unternehmen und die Azubi-Stelle zugeschnitten sein, die Motivation deutlich machen und auf Stärken und Erfahrungen eingehen.
- Ein vollständiger Lebenslauf enthält Kontaktdaten, Bildungsweg und relevante Erfahrungen. Der tabellarische Lebenslauf beginnt mit den neuesten Stationen und listet schulische Daten, Praktika, Nebenjobs sowie Fähigkeiten und Interessen auf.
- Sorgfalt, Korrektheit und passende Formate sind entscheidend. Fehlerfreie Unterlagen, ein professionelles Bewerbungsfoto (wenn vorhanden) sowie eine korrekte digitale Zusammenstellung (PDF, max. 5 MB) erhöhen die Erfolgschancen.
Die Vorbereitung: Kenne dich selbst und deine Ziele
Du hast dich entschieden, kein Studium zu absolvieren, sondern Theorie und Praxis im Rahmen einer dualen Ausbildung zu verbinden? Super, denn in Deutschland gibt es mehr als 320 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe und zahllose offene Azubi-Stellen – von Industrie und Handwerk über gestalterische und pflegerische Berufe bis zum öffentlichen Dienst. Du wirst also dringend gebraucht!
Unsere Ratgeber zu den Themen Berufsorientierung und Ausbildungssuche können dir bei den vorbereitenden Schritten helfen: Denn bevor du beginnst, eine Bewerbung für eine Ausbildung zu schreiben, solltest du dir natürlich erst einmal über deine Stärken und Interessen im Klaren sein und passende Ausbildungsplätze finden.
Die Bewerbungsunterlagen: Der erste Eindruck zählt
Hast du eine oder mehrere Azubi-Stellen gefunden, die dich interessieren, geht es an die Bewerbung für deine Ausbildung. Normalerweise besteht sie aus einem Anschreiben, einem Lebenslauf und den Anlagen.
Das Anschreiben:
Du erläuterst im Anschreiben, warum du dich bewirbst. Es sollte individuell auf jedes Unternehmen und die Stelle passen. Nutze also keine Standardvorlage, sondern führe bei jeder Bewerbung für eine Ausbildung aus, warum du gerade in dem Unternehmen lernen möchtest und warum du die richtige Person für genau diese Azubi-Stelle bist. Stelle auch deine Motivation für den Beruf an sich ganz klar dar.
Nimm auf die Stellenanzeige Bezug und stelle deine Stärken und eventuell schon gemachten Erfahrungen heraus, die gut dazu passen. Normalerweise umfasst ein Bewerbungsanschreiben nicht mehr als eine DIN-A4-Seite. Es sollte natürlich fehlerfrei und klar strukturiert sein und folgende Eckdaten enthalten: Datum und Ort, Anschrift des Unternehmens, deine Adresse, Betreffzeile mit der Stellenbezeichnung und eine persönliche Anrede.
Der Lebenslauf:
- ist tabellarisch und chronologisch (neueste Daten zuerst)
- enthält deine vollständigen Kontaktdaten
- enthält deine Schulbildung mit Abschluss und Schwerpunkten
- führt ggf. Praktika und Nebenjobs auf
- führt ggf. besondere Kenntnisse (Sprachen, PC-Kenntnisse) auf
- enthält Hobbys und Interessen (ein paar ausgewählte reichen aus)
Früher war es normal, dem Lebenslauf ein aktuelles Foto beizulegen. Heute ist das keine Pflicht mehr, aber in manchen Unternehmen und Branchen noch immer üblich. Entscheidest du dich für ein Foto, sollte es zur angestrebten Branche passen und keinesfalls ein Selfie oder eine sonstige private Aufnahme sein. Lass dein Bewerbungsfoto am besten in einem professionellen Fotostudio anfertigen.
Die Anlagen:
Füge alle relevanten Unterlagen hinzu, zum Beispiel:
- Kopien der letzten zwei Schulzeugnisse
- Kopien von Bescheinigungen über Praktika
- Kopien von Zertifikaten (Sprachkurse, EDV-Kurse etc.)
Du kannst auch eine weitere Seite erstellen, die etwa ein größeres Projekt beschreibt, an dem du erfolgreich mitgewirkt hast. Gestalte sie visuell ansprechend und vermerke nur die wichtigsten Fakten. Wenn du Arbeitsproben vorweisen kannst, darfst du natürlich auch die beilegen. Je nach Branche kommt auch ein Bewerbungsvideo gut an – dabei gilt aber das Gleiche wie beim Foto: Es muss seriös sein und zur Azubi-Stelle passen.
Tipp: Lass deine Unterlagen unbedingt von einer zweiten Person Korrektur lesen! Und achte auch darauf, was das Unternehmen in der Stellenausschreibung fordert – manchmal ist zum Beispiel gar kein Anschreiben mehr nötig, oder du musst ganz bestimmte Unterlagen wie ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.
Die digitale Bewerbung: Achte auf das Format
Viele Unternehmen bevorzugen Online-Bewerbungen. Dafür musst du in der Regel alle Dokumente in einem PDF zusammenfassen (max. 5 MB). Wähle einen aussagekräftigen Betreff (meist die Stellenbezeichnung) und formuliere einen kurzen Begleittext in der E-Mail. Am besten verwendest du eine seriöse E-Mail-Adresse (vorname.nachname@...). Läuft die Bewerbung für die Ausbildung über ein Online-Formular, befolge die dortigen Anweisungen genau.
Nach der Bewerbung: Bleib dran
Wenn du keine Antwort erhältst, frage nach etwa zwei Wochen höflich nach dem Stand der Bewerbung. Bei einer Einladung zum Vorstellungsgespräch sagst du zeitnah und höflich zu. Du hast jetzt einen Fuß in der Tür, musst aber das Unternehmen im Gespräch noch persönlich von dir überzeugen!
Denk daran: Das Bewerben für eine Ausbildung ist Übungssache! Mit jeder einzelnen lernst du dazu und wirst besser. Bleib motiviert und gib nicht auf, wenn du ein paar Absagen erhältst. Versuche herauszufinden, warum dir abgesagt wurde, und passe künftige Bewerbungen entsprechend an.



