Das Wichtigste in Kürze
- Eine Ausbildung finden, gelingt durch systematische Recherche über mehrere Kanäle. Online-Jobbörsen, Kammerportale, Unternehmenswebseiten und regionale Angebote bieten einen umfassenden Überblick über offene Ausbildungsplätze.
- Der Ausbildungsmarkt unterscheidet sich je nach Branche und Region deutlich. Einige Bereiche haben ein großes Angebot, während andere stark umkämpft sind, weshalb frühe Planung und realistische Erwartungen wichtig sind.
- Die Qualität des Ausbildungsbetriebs ist entscheidend für den Erfolg der Ausbildung. Kriterien wie Ausbildungsplan, Betreuung, Arbeitsklima, Vergütung und Übernahmechancen helfen bei der Auswahl des passenden Unternehmens.
Die Recherche: Wo kann man eine Ausbildung machen?
Nachdem die grundsätzliche Berufsorientierung abgeschlossen und die Entscheidung für eine bestimmte Ausbildung gefallen ist, beginnst du, konkret nach einem Ausbildungsplatz zu suchen. Dafür stehen dir verschiedene Recherchewege und digitale Tools zur Verfügung.
Online-Jobbörsen und Ausbildungsportale
- Bundesagentur für Arbeit: Die Jobbörse der Arbeitsagentur ist die größte Datenbank für Ausbildungsplätze in Deutschland. Hier kannst du Suchfilter nach Beruf, Region und Ausbildungsbeginn setzen.
- Lehrstellenbörsen der IHK und HWK: Die Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern führen eigene regionale Lehrstellenbörsen, die oft sehr aktuell sind und den direkten Kontakt zu Ausbildungsbetrieben ermöglichen.
- AZUBIYO und Ausbildung.de: Diese spezialisierten Portale bieten nicht nur Stellenanzeigen, sondern auch Matching-Verfahren, die persönliche Interessen und Stärken mit passenden Ausbildungsberufen abgleichen.
Direkte Recherche bei Unternehmen
- Viele mittlere und größere Unternehmen veröffentlichen Ausbildungsangebote direkt auf ihren Karriereseiten, oft mit detaillierten Informationen zum Ausbildungsablauf.
- Besonders in kleineren Betrieben werden Ausbildungsplätze nicht immer öffentlich ausgeschrieben. Eine gezielte Initiativbewerbung kann zum Erfolg führen.
Regionale Angebote nutzen
- Regelmäßig finden in vielen Städten Ausbildungsmessen statt, bei denen Unternehmen ihre Ausbildungsangebote vorstellen. Diese bieten die Chance, direkt mit Personalverantwortlichen und aktuellen Auszubildenden ins Gespräch zu kommen.
- In den Stellenanzeigen regionaler Tageszeitungen (Print und online) finden sich oft Ausbildungsangebote lokaler Unternehmen.
Beratungsangebote einbeziehen
- Berufsberatung der Arbeitsagentur: Die Berufsberater und Berufsberaterinnen haben Zugriff auf aktuelle Ausbildungsangebote und können gezielt vermitteln.
- Berufsinformationszentrum (BiZ): Hier stehen Computer zur Recherche bereit, und regelmäßig finden Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Ausbildungsberufen statt.
- Kammern und Innungen: Diese Institutionen verfügen oft über Informationen zu offenen Ausbildungsplätzen in ihren Mitgliedsbetrieben.
Soziale Netzwerke und Apps
- Zunehmend werden Ausbildungsplätze auch über berufliche Netzwerke wie XING und LinkedIn ausgeschrieben. Ein vollständiges Profil auf diesen Plattformen kann dein Türöffner sein.
- Die AzubiWelt-App der Bundesagentur für Arbeit bietet eine mobile Suche nach Ausbildungsplätzen – mit Filterfunktionen und Merkzetteln.
Top-Tipp: Starte frühzeitig damit, nach deiner Ausbildung zu suchen – idealerweise ein Jahr vor dem gewünschten Ausbildungsbeginn, da viele Unternehmen ihre Ausbildungsplätze langfristig im Voraus vergeben!
Ausbildungsmarkt verstehen: Angebot und Nachfrage in verschiedenen Branchen
Wenn du eine Ausbildung finden möchtest, hilft es, den Ausbildungsmarkt zu verstehen. Momentan gibt es viele Branchen mit hohem Platzangebot. So findest du etwa zahlreiche Ausbildungen im Handwerk, Ausbildungen in der Pflege, in der Logistik sowie in der Gastronomie und Hotellerie.
Branchen mit starker Konkurrenz, in denen die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen häufig das Angebot übersteigt, sind Medienberufe, kaufmännische Berufe in attraktiven Branchen, zum Beispiel die Ausbildung zu Industriekaufleuten, und kreative Berufe in Bereichen wie Design oder Mode.
Die Ausbildungsmarktsituation variiert zudem stark nach Region: In wirtschaftsstarken Ballungsräumen ist das Angebot an Ausbildungsplätzen oft größer – aber auch die Konkurrenz. In strukturschwächeren Regionen kann es sein, dass du weniger Möglichkeiten für eine Ausbildung findest, dafür gibt es aber auch weniger Bewerberinnen und Bewerber.
Ausbildungsbetriebe bewerten: Worauf bei der Auswahl achten?
Auf der Suche nach einer Ausbildung wirst du feststellen, dass nicht alle Ausbildungsbetriebe gleich sind. Da du dort mehrere Jahre verbringen und den Grundstein für deine berufliche Zukunft legen wirst, sollte es der richtige Betrieb für dich sein. Hier nur eine kleine Auswahl an Kriterien, die dir helfen werden, Ausbildungsbetriebe zu bewerten:
Ausbildungsqualität und Klima
- Gibt es hauptamtliche oder erfahrene Fachkräfte, die speziell für die Betreuung von Auszubildenden zuständig sind?
- Frage, ob du Einblick in den betrieblichen Ausbildungsplan nehmen darfst. Darin steht, wie die verschiedenen Ausbildungsinhalte vermittelt werden.
- Achte bei Schriftverkehr, Gesprächen, eventuellen Betriebsbesichtigungen oder Praktika auf den Umgangston und die Integration der Auszubildenden ins Team.
Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten
- Wie viele Auszubildende werden nach erfolgreichem Abschluss übernommen? Eine hohe Quote spricht für eine nachhaltige Ausbildung.
- Unterstützt das Unternehmen Fortbildungen oder ein späteres Studium?
Rahmenbedingungen der Ausbildung
- Vergleiche die angebotene Vergütung mit den Branchendurchschnitten (Informationen hierzu bieten die Kammern oder die Bundesagentur für Arbeit).
- Informiere dich über Schichtdienste, Wochenendarbeit oder saisonale Spitzenzeiten.
Sobald du Betriebe gefunden hast, die einen guten Eindruck machen, ist es Zeit für den nächsten Schritt: Schreibe eine Bewerbung für deine Ausbildung.

