Das Wichtigste in Kürze
- Das Berichtsheft für die Ausbildung ist ein verpflichtender schriftlicher Ausbildungsnachweis. Es dokumentiert, welche Inhalte vermittelt wurden, und ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.
- Das Berichtsheft kann handschriftlich, digital oder per App geführt werden. Entscheidend sind Lesbarkeit, regelmäßige Einträge und die Bestätigung durch Auszubildende und Betrieb.
- Inhaltlich umfasst das Berichtsheft Lernstoff aus der Berufsschule, Tätigkeiten im Betrieb und besondere Ereignisse. Es ermöglicht die Reflexion des Lernfortschritts und dient als strukturierter Nachweis für Prüfende.
Was ist das Berichtsheft?
Auszubildende müssen in ihrer Ausbildung ein Berichtsheft führen – offiziell heißt es „schriftlicher Ausbildungsnachweis“. Es soll dokumentieren, dass beide Seiten – die Auszubildenden und der ausbildende Betrieb – wichtige Pflichten hinsichtlich der Vermittlung und Ausübung der Ausbildungsinhalte erfüllt haben.
Gleichzeitig hat das Berichtsheft noch eine weitere sinnvolle Funktion: Auszubildende lernen, selbstständig zu reflektieren und Arbeitsprozesse sorgfältig zu dokumentieren. Das ist in vielen Berufen wichtig, beispielsweise für die Pflegedokumentation.
Tipp: Auszubildende haben in der Ausbildung Rechte und Pflichten, die im Berufsbildungsgesetz geregelt sind. Zu den Pflichten gehört zum Beispiel das Führen des Berichtshefts. Andererseits haben Azubis das Recht, dass der ausbildende Betrieb wichtige Inhalte vermittelt und die Einträge im Berichtsheft per Unterschrift bestätigt.
Formalitäten: Wie führt man ein Berichtsheft?
Mittlerweile gibt es drei grundlegende Möglichkeiten, das Berichtsheft für die Ausbildung zu führen:
- per Hand: Es ist erlaubt, sämtliche Einträge per Hand zu schreiben. Dabei sollten Auszubildende auf Lesbarkeit achten und übermäßige Korrekturen vermeiden.
- digital: Alternativ können Azubis ihre Berichte am Computer schreiben. Es ist sinnvoll, sich dafür Vorlagen zu erstellen, damit das Berichtsheft übersichtlich und einheitlich bleibt.
- per App: Von der Industrie- und Handelskammer (IHK) gibt es das Digitale Berichtsheft. Andere Anbieter stellen ähnliche Apps zur Verfügung. Die Einträge bleiben mithilfe einer Software übersichtlich und sind schnell erledigt.
Das Berichtsheft erhalten Auszubildende kostenlos von ihrem Ausbildungsbetrieb. Die verantwortliche Person im Betrieb teilt den Lernenden mit, welches Format gewünscht ist und wie das Berichtsheft üblicherweise gehandhabt wird.
Erlaubt sind sowohl tägliche als auch wöchentliche Einträge, in Stichpunkten oder als Fließtext. Sofern der Ausbildungsbetrieb nichts anderes vorgibt, ist es oft sinnvoll, täglich kurze Notizen zu machen und dann einmal wöchentlich einen längeren Bericht zu verfassen. Die IHK gibt als Empfehlung etwa eine DIN-A4-Seite pro Woche vor.
Übrigens: Das Führen des Berichtshefts gehört zur Ausbildung und damit zur Arbeitszeit. Der Betrieb muss Auszubildenden also die notwendige Zeit dafür einräumen. Ebenfalls wichtig: Die Berichte müssen durch Unterschriften bestätigt werden – von den Auszubildenden selbst, vom Betrieb und bei Minderjährigen zusätzlich von den Sorgeberechtigten.
Inhalt: Was gehört ins Berichtsheft?
Auszubildende sollen im Berichtsheft ihre Ausbildung dokumentieren – sowohl die schulische als auch die praktische. Deshalb gehören folgende Inhalte zwingend ins Berichtsheft:
- Lernstoff: Welche Inhalte wurden in der Berufsschule vermittelt?
- Aufgaben im Betrieb: Welche Aufgaben hat die oder der Auszubildende in der vergangenen Woche übernommen? Welche Erfahrungen und erworbenen Fähigkeiten sind erwähnenswert?
- Besonderheiten: Gab es Projekte, Teamarbeiten, Exkursionen, besondere Schulungen, Veranstaltungen etc.?
Die IHK empfiehlt, zusätzlich Informationen über den Betrieb und den Ablauf der Ausbildung ins Berichtsheft aufzunehmen, etwa den betrieblichen Ausbildungsplan, die vorgesehene Gliederung der Ausbildung (zeitlich oder auch thematisch), die betriebliche Arbeitsordnung (sofern vorhanden) etc. Wenn Auszubildende im Rahmen ihrer Ausbildung zusätzliche Zertifikate erwerben, sollten auch diese nicht fehlen.
Tipp: Neben korrekter Rechtschreibung und allgemeiner Lesbarkeit ist auch eine übersichtliche Struktur sinnvoll. Der erste Eindruck zählt. Denken Sie immer auch an Backups – entweder in der Cloud oder in Form von Kopien der handschriftlichen Einträge.
Das Berichtsheft über die Ausbildung dient auch als praktischer Aufbewahrungsort für weitere relevante Nachweise. Das können beispielsweise Nachweise über Belehrungen oder Schulungen sein (wie sie etwa in Ausbildungen im Gesundheitswesen üblich sind), bei Minderjährigen auch die Nachweise über die Erst- bzw. Nachuntersuchung.
Kurz: In Vorbereitung auf die Abschlussprüfung sollen die Prüfenden gut nachvollziehen können, dass die oder der Auszubildende das notwendige Wissen erworben hat und gut auf den zukünftigen Beruf vorbereitet ist.

