Das Wichtigste in Kürze
- Ein betrieblicher Ausbildungsplan konkretisiert den Ausbildungsrahmenplan für die Bedingungen im jeweiligen Unternehmen. Er legt fest, welche Inhalte wann, wo und wie vermittelt werden und sorgt damit für Transparenz und Struktur in der Ausbildung.
- Der betriebliche Ausbildungsplan ist gesetzlich vorgeschrieben und Grundlage für eine vollständige Vermittlung aller Ausbildungsinhalte. Er basiert auf der Ausbildungsordnung und garantiert, dass das Ausbildungsziel systematisch erreicht wird.
- Der Plan umfasst sachliche und zeitliche Gliederung, Lernorte, Verantwortlichkeiten, Lehrmethoden sowie Lernzielkontrollen. Er dient gleichzeitig als Organisationsinstrument und als Nachweis der Erfüllung aller Ausbildungspflichten.
Was ist ein betrieblicher Ausbildungsplan?
Der betriebliche Ausbildungsplan legt unter anderem die sachliche und zeitliche Gliederung der Berufsausbildung in einem Unternehmen fest. Er konkretisiert den in der Ausbildungsordnung vorgegebenen Ausbildungsrahmenplan für die spezifischen Bedingungen und Abläufe des jeweiligen Ausbildungsbetriebs.
Anders als der allgemein gehaltene Ausbildungsrahmenplan berücksichtigt der betriebliche Ausbildungsplan die konkreten Gegebenheiten vor Ort – vom Maschinenpark über die Abteilungsstruktur bis zu saisonalen Geschäftsabläufen.
Abgrenzung des betrieblichen Rahmenplans zur Ausbildungsordnung und zum Ausbildungsrahmenplan
Die Ausbildungsordnung ist die rechtliche Grundlage für die betriebliche Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Sie wird als Rechtsverordnung basierend auf § 4 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) erlassen und ist für alle Ausbildungsbetriebe bundesweit verbindlich. Darin enthalten sind Bestandteile wie die Berufsbezeichnung, die Ausbildungsdauer, das Berufsbild, die Prüfungsanforderungen und der Ausbildungsrahmenplan.
Die Ausbildungsordnung und insbesondere der darin enthaltene Ausbildungsrahmenplan bilden die verbindliche Grundlage für den betrieblichen Ausbildungsplan: Der Ausbildungsbetrieb muss sicherstellen, dass er alle im Ausbildungsrahmenplan vorgeschriebenen Inhalte während der Ausbildung vermittelt.
Der betriebliche Ausbildungsplan konkretisiert somit den Ausbildungsrahmenplan für die spezifischen Gegebenheiten des jeweiligen Ausbildungsbetriebs:
- Der Ausbildungsrahmenplan gibt vor, WAS zu vermitteln ist (Mindestinhalte).
- Der betriebliche Ausbildungsplan legt fest, WIE, WO und WANN diese Inhalte im konkreten Betrieb vermittelt werden.
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Rechtliche Grundlage des betrieblichen Ausbildungsplans
Die Erstellung eines betrieblichen Ausbildungsplans ist keine freiwillige Maßnahme, sondern eine gesetzliche Verpflichtung. Nach § 14 Abs. 1 Nr. 1 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) müssen Ausbildende dafür sorgen, dass den Auszubildenden die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden, die zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich sind. Der betriebliche Ausbildungsplan ist das zentrale Instrument, um dieser Verpflichtung nachzukommen und die Ausbildungsinhalte systematisch zu planen.
Welche Funktion und welchen Nutzen hat der betriebliche Ausbildungsplan?
Ein gut durchdachter betrieblicher Ausbildungsplan erfüllt mehrere wichtige Funktionen:
- Er gibt Ausbildenden und Auszubildenden einen klaren Fahrplan für den gesamten Ausbildungsverlauf.
- Er gewährleistet, dass alle vorgeschriebenen Ausbildungsinhalte vollständig und in sinnvoller Reihenfolge vermittelt werden.
- Er macht den Ausbildungsprozess für alle Beteiligten nachvollziehbar und überprüfbar.
- Er ermöglicht eine vorausschauende Organisation von Ressourcen, Personaleinsatz und Ausbildungszeiten.
- Er dokumentiert die Erfüllung der gesetzlichen Ausbildungspflichten.
Die Bestandteile eines betrieblichen Ausbildungsplans
Ein vollständiger betrieblicher Ausbildungsplan beinhaltet typischerweise eine sachliche Gliederung der Ausbildungsinhalte sowie eine zeitliche Gliederung: Wann und in welcher Reihenfolge werden die Inhalte vermittelt?
Die Lernorte sind festgehalten, also die Abteilungen oder Arbeitsplätze, an denen die Ausbildung stattfindet, ebenso die Verantwortlichkeiten: Welche Ausbildenden oder Fachkräfte sind für welche Ausbildungsabschnitte zuständig?
Ein weiterer Abschnitt erläutert, mit welchen Lehr- und Lernmethoden die Inhalte vermittelt werden. Der betriebliche Ausbildungsplan umfasst außerdem Lernzielkontrollen – sie besagen, wie der Lernerfolg im Rahmen der Ausbildung überprüft wird.
Wie wird ein betrieblicher Ausbildungsplan umgesetzt?
Um den betrieblichen Ausbildungsplan in der Praxis umzusetzen, brauchen Betrieb und Auszubildende geeignete Methoden und Instrumente – diese sollen sowohl den Lernprozess der Auszubildenden fördern als auch die Dokumentation und Qualitätssicherung der Ausbildung gewährleisten.
Dazu zählt zum Beispiel der Ausbildungsnachweis, häufig auch als Berichtsheft bezeichnet. Auszubildende dokumentieren darin regelmäßig ihre Tätigkeiten und Lernerfahrungen, Ausbildende erhalten einen wertvollen Überblick über den Ausbildungsverlauf.
Mit handlungsorientierten Methoden wie Lernaufträgen und Projektarbeiten bearbeiten Auszubildende reale oder realitätsnahe Aufgabenstellungen aus dem betrieblichen Alltag und wenden dabei ihr theoretisches Wissen praktisch an.
Digitale Ausbildungsmanagementsysteme ermöglichen eine transparente Planung und Steuerung der Ausbildung sowie eine effiziente Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Diese Systeme können den betrieblichen Ausbildungsplan abbilden, Lernfortschritte dokumentieren und automatisierte Erinnerungen für anstehende Ausbildungsabschnitte oder Prüfungen generieren.
Strukturierte Feedback- und Bewertungsgespräche helfen Auszubildenden, ihre Stärken und Entwicklungsfelder zu erkennen, und motivieren zu kontinuierlicher Verbesserung. Für diese Gespräche sollten standardisierte Bewertungsbögen genutzt werden, die sich an den im Ausbildungsplan definierten Lernzielen orientieren.
Im System der dualen Ausbildung ist außerdem die enge Abstimmung zwischen Betrieb und Schule wichtig. Ausbildende sollten die Rahmenlehrpläne der Berufsschule kennen und bei der zeitlichen Planung der betrieblichen Ausbildungsabschnitte berücksichtigen, welche Themen parallel in der Berufsschule behandelt werden. Idealerweise entsteht ein kontinuierlicher Dialog zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule, der einen regelmäßigen Informationsaustausch über Lernfortschritte und aktuelle Unterrichtsthemen ermöglicht.

