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Schulformen: die berufliche Bildung auf einen Blick
Bild: Shutterstock.com/Monkey Business Images

Die Berufsschule: praxisnaher Start ins Arbeitsleben

Alles Wichtige zur Berufsschule in Deutschland

Die Berufsschule ist ein zentraler Baustein des dualen Ausbildungssystems und der Schlüssel für den erfolgreichen Einstieg in zahlreiche Berufe. Doch was genau verbirgt sich dahinter, wer kann sie besuchen und wie sieht der Unterrichtsalltag aus? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Berufsschule ist fester Bestandteil der dualen Ausbildung und vermittelt theoretische Grundlagen sowie Allgemeinbildung. Theorie in der Berufsschule und Praxis im Ausbildungsbetrieb greifen ineinander, wodurch Auszubildende fachlich und persönlich auf ihren Beruf vorbereitet werden.
  • Der Besuch ist verpflichtend für alle Auszubildenden im dualen System. Die Teilnahme erfolgt nach Anmeldung durch den Ausbildungsbetrieb, und es ist kein bestimmter Schulabschluss gesetzlich vorgeschrieben.
  • Der Unterricht kombiniert berufsbezogene Lernfelder und allgemeinbildende Fächer. Organisiert wird er im Teilzeitmodell oder als Blockunterricht, abhängig von Schule und Betrieb.

Was ist eine Berufsschule?

Wer eine duale Ausbildung absolvieren möchte, geht neben der Lehre im Betrieb zur Berufsschule. Anders als bei einer rein schulischen Ausbildung, die vollständig an einer Berufsfachschule stattfindet, erwerben die Lernenden hier ihr Wissen an zwei Orten: im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis ist das Markenzeichen des dualen Systems in Deutschland. Ein weiterer Vorteil: Auszubildende erhalten vom Betrieb eine Ausbildungsvergütung, während bei rein schulischen Ausbildungen in der Regel kein Gehalt gezahlt wird.

Die Berufsschule vermittelt die theoretischen Grundlagen für den jeweiligen Ausbildungsberuf sowie eine erweiterte Allgemeinbildung. Der Besuch der Berufsschule ist für alle Auszubildenden im dualen System verpflichtend.


Welche Berufe kann man an der Berufsschule lernen?

In Deutschland gibt es über 320 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe, die Sie im dualen System erlernen können und für die somit der Besuch einer Berufsschule vorgesehen ist. Die Bandbreite ist riesig und deckt nahezu alle Wirtschaftsbereiche ab:

  • kaufmännische Berufe: z. B. Industriekaufleute oder Kaufleute für Büromanagement
  • handwerkliche Berufe: z. B. Tischler, Elektronikerin, Kfz-Mechatroniker, Friseurin
  • Berufe im Gesundheitswesen: z. B. zahnmedizinische Fachangestellte oder Pflegekraft
  • technische Berufe: z. B. Fachinformatiker, Industriemechanikerin, Technischer Zeichner
  • Gastronomie und Hotellerie: z. B. Koch oder Hotelfachkraft
  • kreative Berufe: z. B. Mediengestalterin oder Fotograf

Tipp: Eine vollständige und aktuelle Übersicht aller Ausbildungsberufe stellt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) zur Verfügung.

Unsere Lehrwerksempfehlungen

Was sind die Voraussetzungen für die Aufnahme in eine Berufsschule?

Die wichtigste Voraussetzung für den Besuch einer Berufsschule ist ein unterschriebener Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen. Mit diesem Vertrag meldet der Ausbildungsbetrieb seine Azubis bei der zuständigen Berufsschule an. Sie brauchen sich also nicht selbst darum zu kümmern.

Rechtlich gesehen ist für die Aufnahme in eine Berufsschule grundsätzlich kein bestimmter Schulabschluss notwendig. Die meisten Ausbildungsbetriebe fordern mindestens einen Hauptschulabschluss, je nach Beruf und Unternehmen können aber auch ein mittlerer Schulabschluss oder die Fachhochschulreife Voraussetzung sein. Für manche Ausbildungen ist der Zugang sogar ohne Schulabschluss möglich.

Grundsätzlich gilt in Deutschland die Berufsschulpflicht. Diese dauert je nach Bundesland unterschiedlich lange, oft bis zum Ende des 18. Lebensjahres oder bis zum Abschluss der Berufsausbildung – manchmal sogar bis 21. Wer keinen Ausbildungsplatz findet, kann an der Berufsschule ein Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) absolvieren, um so die Zeit zu überbrücken und der Berufsschulpflicht nachzukommen. Häufig kann dieses später, wenn ein Vertrag mit einem Betrieb zustande kommt, als erstes Ausbildungsjahr angerechnet werden.


Wie läuft der Unterricht in einer Berufsschule ab?

Der Unterricht an der Berufsschule ist eng mit der praktischen Arbeit im Betrieb verknüpft. Dabei gibt es zwei gängige Organisationsformen:

  • Teilzeitunterricht: Die Auszubildenden besuchen an ein bis zwei festen Tagen pro Woche die Berufsschule. Die restlichen Tage verbringen sie im Betrieb. Dieses Modell ermöglicht einen kontinuierlichen Wechsel zwischen Theorie und Praxis.
  • Blockunterricht: Hier wechseln sich längere Phasen im Betrieb und Schulunterricht ab. Die Auszubildenden sind für mehrere Wochen am Stück ausschließlich in der Berufsschule und anschließend wieder für einen längeren Zeitraum im Unternehmen. Dieses Modell wird oft gewählt, wenn Ausbildungsbetrieb und Berufsschule weit voneinander entfernt liegen.

Der Unterricht selbst gliedert sich in berufsbezogene und allgemeinbildende Fächer. Der berufsbezogene Unterricht findet oft in Lernfeldern statt, die sich an konkreten beruflichen Aufgaben und Handlungsabläufen orientieren. Hier werden die theoretischen Grundlagen für den jeweiligen Ausbildungsberuf vermittelt – etwa Fachkunde, Fachrechnen oder berufsspezifische Technologien. Ein angehender Kfz-Mechatroniker lernt beispielsweise die Funktionsweise von Motoren und elektrischen Systemen, eine Kauffrau für Büromanagement befasst sich mit Geschäftsprozessen und Buchführung, während ein Bäcker-Azubi Kenntnisse über Teigführung, Rezepturen und Lebensmittelkunde erwirbt.

Die allgemeinbildenden Fächer umfassen in der Regel Deutsch, Mathematik, Politik/Sozialkunde, meist auch Ethik/Religion, Sport und eine Fremdsprache. Ziel ist es, nicht nur fachliche, sondern auch personale und soziale Kompetenzen zu fördern, die für das gesamte Berufsleben von Bedeutung sind.

Weitere Fragen

Was genau ist eine Berufsschule?

Eine Berufsschule ist die schulische Säule der dualen Ausbildung. Sie vermittelt theoretische Grundlagen für den Ausbildungsberuf und ergänzt diese um allgemeinbildende Inhalte. Der Unterricht findet parallel zur praktischen Ausbildung im Betrieb statt und ist für Auszubildende verpflichtend.

Wie nennt man den Abschluss an einer Berufsschule?

Die Berufsschule stellt ein schulisches Abschlusszeugnis aus, das die erworbenen theoretischen und allgemeinbildenden Kompetenzen dokumentiert. Der eigentliche Berufsabschluss wird separat durch die Kammerprüfung – etwa bei der IHK oder HWK – vergeben. Beide Abschlüsse stehen nebeneinander und bilden gemeinsam den Nachweis der vollständigen beruflichen Qualifikation.

Was ist der Unterschied zwischen Berufsschule und Berufsbildende Schule?

Berufsschule und Berufsbildende Schule unterscheiden sich im Umfang: Die Berufsschule ist eine Teilform der berufsbildenden Schulen und speziell für duale Ausbildungen zuständig. Berufsbildende Schulen umfassen zusätzlich weitere Bildungsgänge wie Berufsfachschule, Fachoberschule oder Berufseinstiegsschule.