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Der Cornelsen Ratgeber für die Realschule
Bild: Shutterstock.com/Pixel-Shot

Abitur nach der Realschule

Voraussetzungen und Wege zur Hochschulreife

Der Realschulabschluss ist ein wichtiger Meilenstein und öffnet viele Türen – auch die zur allgemeinen Hochschulreife. Dieser Ratgeber zeigt, welche Wege es von der Mittleren Reife zum Abitur gibt und welche Voraussetzungen für das Abitur nach dem Realschulabschluss erfüllt sein müssen.

Kurz & knapp

  • Mehrere Wege führen von der Realschule zu einer Hochschulzugangsberechtigung: Mit der Mittleren Reife können Schülerinnen und Schüler je nach Voraussetzungen über das berufliche Gymnasium, ein allgemeinbildendes Gymnasium, Abendgymnasium, Kolleg oder weitere schulische Wege einen höheren Abschluss bis hin zum Abitur anstreben.
  • Die Voraussetzungen unterscheiden sich nach Schulform und Bundesland: Grundlage ist in der Regel der Realschulabschluss, oft ergänzt durch bestimmte Notenvorgaben oder einen erweiterten Abschluss beziehungsweise Qualifikationsvermerk.
  • Die Dauer bis zum Abitur hängt vom gewählten Bildungsweg ab: Je nach Schulform kann das Abitur nach der Realschule in etwa zwei bis vier Jahren erreicht werden, wobei berufsbezogene Wege teils kürzere Übergänge ermöglichen.

Welche Wege führen nach der Realschule zum Abitur?

Das deutsche Bildungssystem ist flexibler, als viele denken. Mit der Mittleren Reife stehen mehrere Bildungswege offen, um die allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Die wichtigsten Optionen im Überblick:

Berufliches Gymnasium (Fachgymnasium)

Das berufliche Gymnasium – je nach Bundesland auch Fachgymnasium genannt – ist eine der beliebtesten Möglichkeiten, das Abitur nach der Realschule zu machen. In drei Jahren Vollzeitunterricht lässt sich die allgemeine Hochschulreife erwerben – und das mit einem beruflichen Schwerpunkt. Je nach Interesse stehen Fachrichtungen wie Wirtschaft, Technik, Gesundheit oder Soziales zur Wahl. Der Vorteil: Neben der Allgemeinbildung wird auch eine berufliche Grundbildung vermittelt, die später von Nutzen sein kann.

Wechsel auf ein allgemeinbildendes Gymnasium

Mit einem erweiterten Realschulabschluss ist auch der direkte Wechsel auf ein allgemeinbildendes Gymnasium möglich. Voraussetzung sind in der Regel gute Noten – in vielen Bundesländern mindestens eine 3,0 in allen Hauptfächern.

Tipp: Bei der Vorbereitung auf die MSA-Prüfung unterstützen die Lehr- und Lernmaterialien von Cornelsen – damit die Noten für einen Wechsel auf das Gymnasium stimmen.

Fachoberschule und Berufsoberschule

Auch ein Fachabitur mit Realschulabschluss ist möglich: Die Fachoberschule (FOS) führt in zwei Jahren zur Fachhochschulreife. Wer bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen hat, kann an der Berufsoberschule (BOS) in zwei Jahren sogar die allgemeine Hochschulreife erwerben – vorausgesetzt, Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache sind vorhanden. Die BOS wird allerdings nicht in allen Bundesländern angeboten.

Abendgymnasium und Kolleg

Für Berufstätige und Erwachsene bieten Abendgymnasien und Kollegs die Möglichkeit, das Abitur nach der Mittleren Reife nachzuholen. Die Voraussetzungen: in der Regel ein Mindestalter von 18 bis 19 Jahren sowie entweder eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung.

Fernschule

Wer maximale Flexibilität benötigt, kann das Abitur auch an einer Fernschule nachholen. Diese Option eignet sich besonders für Personen mit familiären oder beruflichen Verpflichtungen. Die Dauer liegt bei zwei bis drei Jahren und lässt sich individuell anpassen.

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Voraussetzungen für das Abitur nach Realschulabschluss

Die genauen Anforderungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Schulform. Grundsätzlich gilt: Ein Realschulabschluss beziehungsweise Mittlerer Schulabschluss bildet die Basis. Für das berufliche Gymnasium in Baden-Württemberg wird beispielsweise ein Notendurchschnitt von mindestens 3,0 in den Fächern Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache verlangt – und in jedem dieser Fächer mindestens die Note „ausreichend“.

Doch auch ein Abitur mit Realschulabschluss ohne diese Qualifikation ist unter bestimmten Umständen möglich. In Nordrhein-Westfalen bietet das Oberstufen-Kolleg motivierten Bewerberinnen und Bewerbern die Chance, auch ohne Qualifikationsvermerk für die Sekundarstufe II das Abitur zu machen. Alternativ lassen sich fehlende Qualifikationen über Vorkurse nachholen.

Tipp: Bildung ist in Deutschland Ländersache. Daher empfiehlt es sich, bei der zuständigen Schulbehörde Informationen über die geltenden Bestimmungen im jeweiligen Bundesland einzuholen.


Wie lange dauert das Abitur mit Mittlerer Reife?

Wie lange es dauert, nach der Mittleren Reife Abitur zu machen, hängt vom gewählten Bildungsweg ab. Die gute Nachricht: Je nach Option ist das Abitur in zwei bis vier Jahren erreichbar.

Dauer je nach Bildungsweg:

  • Berufliches Gymnasium: 3 Jahre
  • Allgemeinbildendes Gymnasium: ca. 3 Jahre
  • Abendgymnasium / Kolleg: 3–4 Jahre
  • Fernschule: 2–3 Jahre (individuell anpassbar)
  • Berufsoberschule (mit Ausbildung): 2 Jahre

Wer bereits eine Berufsausbildung mitbringt, kann an der Berufsoberschule also am schnellsten zum Ziel kommen.

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Häufige Fragen

Wann ist der Wechsel von der Realschule aufs Gymnasium sinnvoll?

Der Wechsel von der Realschule aufs Gymnasium ist sinnvoll, wenn eine Schülerin oder ein Schüler dauerhaft gute Leistungen zeigt und mit anspruchsvolleren theoretischen Inhalten gut zurechtkommt. Wichtig sind außerdem Selbstständigkeit, Ausdauer und die Bereitschaft, über einen längeren Zeitraum auf das Abitur hinzuarbeiten. Für das Abitur nach der Realschule ist dieser Weg besonders geeignet, wenn bereits klar ist, dass ein weiterführender schulischer Abschluss angestrebt wird. Auch die schulischen Voraussetzungen des jeweiligen Bundeslands müssen erfüllt sein.

Welchen Notendurchschnitt braucht man für das Gymnasium nach der Realschule?

Welcher Notendurchschnitt für den Wechsel aufs Gymnasium nötig ist, hängt vom Bundesland und von der aufnehmenden Schulform ab. Maßgeblich sind die jeweiligen Aufnahmebedingungen der Schule. Entscheidend sind meist die Leistungen in Deutsch, Mathematik und der Fremdsprache, teils auch weitere Fächer oder eine zusätzliche Übergangsberechtigung.

Wie erkenne ich, ob ein Kind fürs Gymnasium geeignet ist?

Ein Kind ist fürs Gymnasium geeignet, wenn es Lerninhalte sicher erfasst, selbstständig arbeitet und auch bei steigenden Anforderungen stabil bleibt. Neben guten Noten zählen Konzentrationsfähigkeit, Lernbereitschaft, Durchhaltevermögen und ein sicherer Umgang mit theoretischen Aufgabenstellungen. Für das Abitur nach der Realschule ist außerdem wichtig, dass die Motivation für einen längeren schulischen Bildungsweg vorhanden ist. Eine realistische Einschätzung entsteht meist aus Leistungen, Lernverhalten und der gesamten schulischen Entwicklung.