Kurz & knapp
- Der Realschulabschluss eröffnet viele Anschlussmöglichkeiten: Schülerinnen und Schüler können nach dem Mittleren Schulabschluss eine duale oder schulische Ausbildung beginnen, weiterführende Schulen besuchen oder zunächst Zeit zur beruflichen Orientierung nutzen.
- Ausbildung und weiterführende Schule sind die wichtigsten Wege: Besonders häufig führen der Realschulabschluss in anerkannte Ausbildungsberufe, schulische Ausbildungen oder in Bildungsgänge wie Fachoberschule, Höhere Berufsfachschule und gymnasiale Oberstufe.
- Auch Orientierungsphasen können sinnvoll sein: Praktika, Freiwilligendienste und Auslandsaufenthalte helfen dabei, Interessen zu klären, praktische Erfahrungen zu sammeln und den weiteren Bildungsweg bewusster zu wählen.
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Welche Bildungswege gibt es nach dem Realschulabschluss?
Der Realschulabschluss, der je nach Bundesland und Schulform auch als Mittlerer Schulabschluss, Mittlere Reife oder Fachoberschulreife bekannt ist, bietet jungen Menschen eine Vielzahl an Möglichkeiten. Was also kommt nach der Realschule? Häufig steht zunächst eine grundlegende Entscheidung an: weiter zur Schule, um anschließend vielleicht zu studieren, oder direkt in eine praxisnahe Berufsausbildung?
Die klassische Berufsausbildung
Jugendlichen, die sich fragen, was nach dem Realschulabschluss kommt, stehen über 300 anerkannte Ausbildungsberufe zur Wahl. Die sogenannte duale Berufsausbildung verbindet das praktische Lernen im Ausbildungsbetrieb mit der Theorie an der Berufsschule. Je nach Beruf dauert die Ausbildung zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Sie bietet neben dem direkten Einstieg in die Praxis auch den Vorteil, dass die Auszubildenden von Beginn an ihr eigenes Geld verdienen. Mögliche Berufe nach der Realschule umfassen alle Sparten von Handwerk über Gesundheit und Soziales hin zu kaufmännischen Berufen, IT, Medien und viele andere.
Schulische Ausbildungen
Nicht alle Berufe werden im dualen System erlernt. Gerade im Gesundheits- und Sozialwesen dominieren schulische Ausbildungen, die vollständig an Berufsfachschulen stattfinden. Praktika in Einrichtungen ergänzen den theoretischen Unterricht. Viele Bundesländer haben die Schulgebühren für diese Schulen abgeschafft oder reduziert. Noch besser: Für viele schulische Ausbildungen, etwa in der Pflege, wurde in den letzten Jahren eine Ausbildungsvergütung eingeführt. Das macht diese Berufe deutlich attraktiver.
Weiterführende Schulen – der Weg zum (Fach-)Abitur
Wer nach dem Realschulabschluss noch nicht ins Berufsleben starten möchte oder ein Studium anstrebt, kann weiter zur Schule gehen. Verschiedene Schulformen führen zur Fachhochschulreife oder zum Abitur, darunter die:
Sonderformen und Kombinationsmöglichkeiten
Neben diesen klassischen Bildungswegen, die nach der Realschule offenstehen, gibt es auch weniger bekannte:
- Berufsgrundbildungsjahr und Berufsvorbereitungsjahr: bieten Orientierung und bereiten auf eine Ausbildung vor.
- Doppelqualifizierende Bildungsgänge: kombinieren eine Berufsausbildung mit erweiterten schulischen Qualifikationen, etwa der Fachhochschulreife, und verbessern so die späteren Karrierechancen.
- Assistenzausbildungen: bereiten praxisnah auf Berufe im Gesundheits- oder Sozialwesen vor, etwa als Sozialassistentin oder Medizinischer Fachangestellter.
Praktika, FSJ und Auslandsaufenthalte
Was tun nach dem Realschulabschluss? Nicht immer ist der direkte Übergang in eine Ausbildung oder weiterführende Schule der richtige Schritt. Manchmal braucht es Zeit zur Orientierung – und diese Zeit lässt sich sinnvoll nutzen, etwa durch:
- ein Praktikum in einem Betrieb
- Freiwilligendienste wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) oder den Bundesfreiwilligendienst (BFD)
- Auslandsaufenthalte in Verbindung mit einem Praktikum, einer Au-pair-Stelle oder Sprachkursen
Alle diese Optionen bieten wertvolle Orientierung: Wer ein Jahr lang in der Pflege gearbeitet hat, weiß, ob dieser Beruf wirklich passt. Wer im Ausland war, hat oft klarere Vorstellungen von den eigenen Zielen. Und nicht zuletzt: Engagement und Auslandserfahrung machen sich gut in jeder Bewerbung.
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Tipps für die Entscheidungsfindung nach dem Realschulabschluss
Die wichtigste Frage lautet: Was passt zu mir? Dabei helfen ehrliche Antworten auf folgende Fragen:
- Welche Fächer machen mir Spaß, welche fallen mir leicht?
- Arbeite ich lieber praktisch oder theoretisch?
- Bin ich gerne unter Menschen oder lieber für mich?
- Welche Werte sind mir im Beruf wichtig (Sicherheit, Kreativität, Gehalt, Sinn)?
- Wo sehe ich mich in zehn Jahren?
Niemand muss diese Entscheidung allein treffen. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit bietet kostenlose Einzelgespräche und umfangreiche Informationsmaterialien. Auch die Schulberatung und Lehrkräfte kennen die Möglichkeiten und können individuell beraten. Berufsmessen, Tage der offenen Tür an Berufsschulen und Schnuppertage in Betrieben bieten praktische Einblicke.
Gut zu wissen: Es gibt keine Einbahnstraßen im deutschen Bildungssystem. Wer eine Ausbildung macht, kann später noch studieren. Wer zunächst das Abitur anstrebt, kann sich danach immer noch für eine Ausbildung entscheiden. Und wer nach dem Abschluss ein Jahr zur Orientierung braucht, hat nichts verloren – im Gegenteil.














