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Ausbildung in der Pflege
Bild: Shutterstock.com/wavebreakmedia

Gehalt in der Pflegeausbildung

Was Auszubildende in der Pflege verdienen

Eine Ausbildung in der Pflege ist eine Entscheidung für einen Beruf mit Zukunft, gesellschaftlicher Relevanz und vielfältigen Karriereperspektiven. Doch wie hoch ist das Gehalt während der Pflegeausbildung? Die gute Nachricht vorweg: Sie gehört zu den bestbezahlten Ausbildungen in Deutschland.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vergütung während der gesamten Ausbildung: Das Ausbildungsgehalt in der Pflege wird vom ersten Ausbildungstag an gezahlt und steigt in der dreijährigen generalistischen Pflegeausbildung mit jedem Ausbildungsjahr. Die konkrete Höhe richtet sich insbesondere nach dem Tarifvertrag und dem Ausbildungsträger.
  • Tarifbindung beeinflusst die Gehaltshöhe: Einrichtungen des öffentlichen Dienstes und kirchliche Träger zahlen meist nach festgelegten Tarifen und bieten dadurch eine hohe Planungssicherheit. Bei privaten, nicht tarifgebundenen Einrichtungen kann das Ausbildungsgehalt in der Pflege niedriger ausfallen.
  • Zuschläge und spätere Verdienstmöglichkeiten: Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienste können durch Zuschläge zusätzlich vergütet werden, häufig kommt eine jährliche Sonderzahlung hinzu. Nach dem Ausbildungsabschluss steigt das Einkommen deutlich und kann durch Berufserfahrung sowie Weiterbildungen weiter wachsen.

Wie hoch ist das Ausbildungsgehalt in der Pflege?

Das Gehalt für die Pflegeausbildung ist gesetzlich geregelt und richtet sich im Normalfall nach dem jeweiligen Tarifvertrag des Ausbildungsträgers. Grundsätzlich gilt: Wer eine Pflegeausbildung absolviert, erhält vom ersten Tag an eine Vergütung. Schulgeld wird seit der Reform des Pflegeberufegesetzes (PflBG) im Jahr 2020 nicht mehr erhoben, und auch Lernmittel werden kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Höhe des Ausbildungsgehalts hängt vor allem davon ab, ob der Träger dem öffentlichen Dienst, einem kirchlichen oder einem privaten Anbieter angehört. Tarifgebundene Einrichtungen – etwa kommunale Krankenhäuser oder Pflegeheime in kirchlicher Trägerschaft – zahlen in der Regel nach klar definierten Tarifen und bieten damit die größte Planungssicherheit.

Generalistische Pflegeausbildung: Gehalt nach Ausbildungsjahr

Seit 2020 ist die generalistische Pflegeausbildung die Regelausbildung in der Pflege. Sie dauert drei Jahre und schließt mit dem staatlich anerkannten Abschluss als Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann ab. Das Gehalt in der generalistischen Pflegeausbildung steigt mit jedem Lehrjahr an – als Anerkennung wachsender Kompetenz und Verantwortung.

Nach dem TVöD Pflege (Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, Stand: April 2025) gelten folgende Bruttovergütungen:

Brutto pro Monat je Ausbildungsjahr:

  • 1. Ausbildungsjahr ca. 1.416 €
  • 2. Ausbildungsjahr ca. 1.477 €
  • 3. Ausbildungsjahr ca. 1.578 €

Für Auszubildende an Universitätskliniken und Länderbehörden gilt der TVA-L Pflege (seit Februar 2025):

  • 1. Ausbildungsjahr ca. 1.381 €
  • 2. Ausbildungsjahr ca. 1.447 €
  • 3. Ausbildungsjahr ca. 1.513 €

Kirchliche Träger wie Caritas (AVR-Caritas) oder Diakonie (AVR-Diakonie) zahlen auf einem vergleichbaren Niveau. Bei privaten Trägern ohne Tarifbindung kann die Vergütung niedriger ausfallen – in seltenen Fällen auch deutlich.

Hinzu kommen Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienste sowie eine jährliche Sonderzahlung (Weihnachtsgeld), die das Gesamteinkommen spürbar erhöhen können.


Wie viel bleibt netto übrig?

Das Netto-Gehalt für die generalistische Pflegeausbildung – also der Betrag, der nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen auf dem Konto landet – hängt von mehreren individuellen Faktoren ab: Steuerklasse, Kirchensteuerpflicht, Krankenversicherungsbeitrag und Bundesland. Als grobe Orientierung gilt: Von einer Bruttovergütung von rund 1.416 € im ersten Ausbildungsjahr bleiben bei Steuerklasse I ohne Kinder etwa 1.050 bis 1.150 € netto übrig. Im dritten Lehrjahr steigt das Gehalt netto entsprechend auf rund 1.150 bis 1.250 €.

Wer unterhalb des steuerlichen Grundfreibetrags liegt oder Anspruch auf Kindergeld hat, zahlt unter Umständen gar keine Lohnsteuer – das erhöht den Nettobetrag.

Die 1-jährige Pflegeausbildung: Gehalt und Besonderheiten

Neben der dreijährigen generalistischen Ausbildung gibt es in Deutschland auch kürzere Wege wie die einjährige Pflegeausbildung. Sie richtet sich an Personen, die einen schnellen Einstieg in die Pflegepraxis suchen oder sie als Vorstufe zur vollständigen Ausbildung zur Pflegefachkraft nutzen wollen.

Das Gehalt in der einjährigen Pflegeausbildung ist weniger einheitlich geregelt als in der generalistischen Ausbildung. Da diese Ausbildungsform häufig schulisch organisiert ist und die Zuständigkeit bei den Bundesländern liegt, variieren Vergütung und Rahmenbedingungen erheblich:

  • An öffentlichen Einrichtungen mit Tarifbindung können Auszubildende mit einer Vergütung von rund 1.190 € brutto pro Monat rechnen.
  • Bei rein schulisch organisierten Ausbildungen ohne betrieblichen Träger entfällt die Vergütung häufig ganz – hier können ggf. BAföG oder Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragt werden.
  • Bei privaten Trägern liegt das Gehalt in der einjährigen Pflegeausbildung häufig zwischen 500 und 650 € brutto monatlich.

Ein wichtiger Vorteil: Wer die einjährige Pflegeausbildung erfolgreich abschließt, kann die Ausbildungszeit unter bestimmten Voraussetzungen bei einem anschließenden Einstieg in die generalistische Pflegeausbildung verkürzen – und somit schneller bei vollem Gehalt als Pflegefachkraft arbeiten.

Regionale Unterschiede beim Gehalt für die Pflegausbildung

Obwohl die großen Tarifverträge (TVöD, TVA-L, AVR) bundesweit gelten, zeigen sich durchaus regionale Unterschiede – vor allem dann, wenn Träger nicht tarifgebunden sind oder Bundesländer eigene Regelungen für die Pflegehilfeausbildung treffen.

Als Faustregel gilt:

  • Westdeutsche Bundesländer – insbesondere Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg – bieten tendenziell höhere Vergütungen, auch durch eine stärkere Tarifbindung.
  • Ostdeutsche Bundesländer liegen im Durchschnitt etwas darunter, wobei sich die Unterschiede durch die Angleichung der Tarifverträge in den vergangenen Jahren deutlich verringert haben.
  • Bei der einjährigen Pflegeausbildung sind die regionalen Unterschiede besonders ausgeprägt, da die Bundesländer hierfür eigene Gesetze und Förderstrukturen haben – wie etwa Sachsen-Anhalt, das eine eigene gesetzliche Vergütungsregelung für die Pflegehilfeausbildung eingeführt hat.

Gehalt nach der Ausbildung: Was Pflegefachkräfte verdienen

Nach dem Abschluss steigen Pflegefachpersonen in tarifgebundenen Einrichtungen in der Regel in die Entgeltgruppe P7 des TVöD-P ein – mit einem Einstiegsgehalt von rund 3.415 € brutto pro Monat (Stand 2025/2026). Mit Berufserfahrung und Weiterbildungen sind deutlich höhere Gehälter möglich. Der Abschluss ist zudem EU-weit anerkannt, was zusätzliche Perspektiven eröffnet.

Weitere Fragen

Welche Zuschläge erhalten Pflegeazubis?

Pflegeazubis können Zuschläge für Nachtarbeit sowie für Dienste an Sonn- und Feiertagen erhalten. Die genaue Höhe richtet sich nach dem geltenden Tarifvertrag oder den Regelungen des jeweiligen Ausbildungsträgers. Zusätzlich kann eine jährliche Sonderzahlung, beispielsweise Weihnachtsgeld, gezahlt werden.

Unterscheidet sich das Ausbildungsgehalt in der Pflege nach Bundesland?

Das Ausbildungsgehalt in der Pflege kann sich je nach Bundesland unterscheiden, insbesondere bei nicht tarifgebundenen Trägern und einjährigen Pflegehilfeausbildungen. Bundesweit geltende Tarifverträge sorgen bei vielen Einrichtungen für vergleichbare Vergütungen. Größere regionale Unterschiede entstehen vor allem durch landesrechtliche Regelungen, unterschiedliche Fördermodelle und die regionale Tarifbindung. Bei der dreijährigen generalistischen Pflegeausbildung sind die Unterschiede meist geringer als bei kürzeren Pflegeausbildungen.

Wird in der Pflegeausbildung Schulgeld erhoben?

Nein. Seit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung im Jahr 2020 wird in der Regel kein Schulgeld mehr erhoben. Auszubildende erhalten stattdessen eine Vergütung und Lernmittel werden häufig kostenlos bereitgestellt.