Das Wichtigste in Kürze
- Das Pflegeexamen besteht aus drei Prüfungsteilen: Die staatliche Abschlussprüfung umfasst eine schriftliche, mündliche und praktische Prüfung. Alle Teile müssen bestanden werden, um den Berufsabschluss als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann zu erhalten.
- Transferdenken statt Auswendiglernen: Im Pflegeexamen stehen praxisnahe Fallbeispiele im Mittelpunkt. Gefragt ist die Fähigkeit, Fachwissen auf konkrete Pflegesituationen anzuwenden.
- Gute Vorbereitung ist entscheidend: Frühzeitiges Lernen, das Arbeiten mit Prüfungsfragen sowie das Üben praktischer Pflegesituationen helfen dabei, sicher und erfolgreich durchs Examen zu kommen.
Was ist ein Examen in der Pflege?
Das Pflegeexamen ist die staatliche Abschlussprüfung der generalistischen Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG). Wer sie besteht, trägt den staatlich anerkannten Titel Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann und ist berechtigt, in allen Versorgungsbereichen – von der Kinderkrankenpflege über die Altenpflege bis zur Akutversorgung – tätig zu sein. Das Generalistik-Examen, das seit 2020 in Kraft ist, löst die früher getrennten Pflegeabschlüsse ab und schafft einen einheitlichen, europaweit anerkannten Berufsabschluss.
Wie ist die Examensprüfung in der Pflege aufgebaut?
Die Prüfung gliedert sich in drei Teile, die alle bestanden werden müssen:
Schriftliche Prüfung: Das schriftliche Pflegeexamen besteht aus drei Klausuren à 120 Minuten an aufeinanderfolgenden Tagen. Jede Klausur deckt unterschiedliche Kompetenzbereiche ab – von Pflegeprozess und Pflegeplanung über rechtliche Grundlagen bis zu Kommunikation, Beratung und Ethik. Alle elf Curricularen Einheiten (CE) der Ausbildung können prüfungsrelevant sein.
Mündliche Prüfung: Anhand eines Fallbeispiels aus einem anderen Versorgungskontext als dem der praktischen Prüfung demonstrieren Prüflinge ihre Fachkompetenz, Fachsprache und ihr kritisches Denken. Die Vorbereitungszeit beträgt 30 Minuten, die Prüfung selbst dauert 30 bis 45 Minuten.
Praktisches Pflegeexamen: Im praktischen Pflegeexamen führen Auszubildende über ca. vier Stunden eine reale, komplexe Pflegesituation am Patienten oder an der Patientin durch – inklusive Pflegeplanung, Durchführung und Reflexion.
Welche Prüfungsfragen kommen beim Pflegeexamen dran?
Die Prüfungsfragen im Pflegeexamen sind keine reinen Wissensfragen – sie verlangen Transferdenken. Typische Themen sind: Pflegeprozesse und Pflegeplanung, Krankheitsbilder und deren pflegerische Konsequenzen, rechtliche Rahmenbedingungen sowie ethische Fallabwägungen. Im mündlichen und praktischen Teil steht stets ein konkretes Fallbeispiel im Mittelpunkt. Reines Auswendiglernen reicht nicht: Gefragt ist die Fähigkeit, Wissen auf neue Situationen zu übertragen.
Wie hoch ist die Durchfallquote beim Pflegeexamen?
Die Durchfallquote beim Pflegeexamen ist ein ernstzunehmendes Thema. Belastbare bundesweite Zahlen gibt es hierzu bislang nicht – das Statistische Bundesamt erfasst diese Daten nicht systematisch. Berichte aus Pflegeschulen und Fachverbänden deuten jedoch darauf hin, dass die Quoten in der Pflege im Vergleich zu anderen Ausbildungen überdurchschnittlich hoch sind und je nach Schule, Jahrgang und Prüfungsteil stark schwanken. Besonders das praktische Pflegeexamen gilt als anspruchsvoll.
Wichtig zu wissen: Jeder Prüfungsteil kann laut § 19 Abs. 3 PflAPrV genau einmal wiederholt werden. Wer auch die Wiederholungsprüfung nicht besteht, hat die Ausbildung endgültig nicht bestanden – der Berufsabschluss als Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann ist dann nicht mehr erreichbar. Eine strukturierte Vorbereitung ist deshalb keine Option, sondern eine Notwendigkeit.
Vorbereitung aufs Pflegeexamen: So gelingt der Abschluss
Eine strukturierte Vorbereitung ist essenziell für alle, die das Pflegeexamen trotz hoher Durchfallquote bestehen wollen. Bewährte Strategien sind:
- Frühzeitig beginnen: Mindestens drei bis vier Monate vor dem Examen mit der gezielten Wiederholung aller Lernbereiche starten.
- Mit Prüfungsfragen üben: Originalgetreue Prüfungsfragen zum Üben simulieren den Prüfungsdruck und decken Wissenslücken auf.
- Fallbasiert denken: Pflegesituationen nicht nur auswendig lernen, sondern aktiv durchdenken. Was würde ich tun? Warum? Welche Alternativen gibt es?
- Nachhilfe fürs Pflegeexamen: Wer in einzelnen Kompetenzbereichen Schwächen bemerkt, sollte frühzeitig Unterstützung suchen – sei es durch Lerngruppen, Praxisanleitende oder gezielte Nachhilfe.
- Praktische Situationen üben: Wiederholung unter realistischen Bedingungen ist der Schlüssel. Feedback von erfahrenen Pflegekräften ist dabei unverzichtbar.
Ist das Pflegeexamen bestanden, steht einer erfolgreichen Karriere als Pflegefachkraft nichts mehr im Wege. Mit dem generalistischen Abschluss eröffnen sich nicht nur vielfältige Einsatzbereiche, sondern auch zahlreiche Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung, etwa in der Praxisanleitung, im Pflegemanagement oder im Studium der Pflegewissenschaften.
Gut vorbereitet mit Cornelsen: Das Lehrwerk Pflegias begleitet Auszubildende durch die gesamte generalistische Pflegeausbildung: strukturiert, praxisnah und eng am Rahmenlehrplan orientiert. Wer gezielt auf die Abschlussprüfung hinarbeiten möchte, findet in den Prüfungsvorbereitungsmaterialien von Cornelsen passende Übungsformate für alle drei Prüfungsteile.









