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Ausbildung in der Pflege
Bild: Shutterstock.com/wavebreakmedia

Die Pflegevisite

Ein unverzichtbares Instrument für die Pflegequalität

In der Ausbildung zur Pflegefachperson wie auch später im Pflegealltag spielt sie eine zentrale Rolle: die Pflegevisite. Was von außen wie ein einfacher Kontrollgang wirken kann, verbindet Qualitätssicherung, Kommunikation und Professionalität in der Pflege.

Das Wichtigste in Kürze

  • Qualitätssicherung und Pflegeplanung: Die Pflegevisite ist ein strukturierter Gesprächs- und Beobachtungstermin, bei dem Pflegebedarf, Pflegeziele und die Zufriedenheit der pflegebedürftigen Person überprüft werden.
  • Wichtiger Bestandteil der Pflegeausbildung: Auszubildende lernen im Rahmen von Pflegevisiten Gesprächsführung, Beobachtung und fachliche Beurteilung. Schrittweise übernehmen sie dabei zunehmend Verantwortung.
  • Strukturierter Ablauf: Eine Pflegevisite umfasst Vorbereitung, Durchführung, Dokumentation und Nachbereitung. Die Ergebnisse fließen direkt in die weitere Pflegeplanung ein.

Was ist eine Pflegevisite? Definition und Grundlagen

Die Pflegevisite ist ein geplanter Gesprächs- und Beobachtungstermin, bei dem mindestens eine Pflegefachkraft gemeinsam mit der zu pflegenden Person (und ggf. Angehörigen) den aktuellen Pflegebedarf, die Pflegeziele und die Zufriedenheit mit den Pflegemaßnahmen systematisch überprüft. Gleichzeitig wird die Pflegedokumentation kontrolliert und bei Bedarf angepasst.

Als Instrument des Qualitätsmanagements ist die Pflegevisite in stationären Einrichtungen wie Pflegeheimen und Krankenhäusern fest verankert. Typischerweise sind zwei Pflegefachkräfte beteiligt: eine, die die Visite leitet, und eine, die beobachtet und dokumentiert. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, die Arbeit einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu kontrollieren. Die Pflegevisite dient dazu, den Pflegeprozess als Ganzes im Blick zu behalten.

Die Pflegevisite in der Ausbildung

In der generalistischen Pflegeausbildung begegnet Auszubildenden das Thema Pflegevisite spätestens im zweiten Ausbildungsjahr – häufig im Kontext von Pflegeprozess, Qualitätsmanagement und Pflegedokumentation. Praktische Einsätze in stationären Einrichtungen bieten die Gelegenheit, Pflegevisiten live zu erleben und schrittweise selbst daran mitzuwirken.

Lehrende nutzen die Pflegevisite als Anleitungssituation: Auszubildende beobachten zunächst, übernehmen dann einzelne Gesprächsanteile und reflektieren anschließend gemeinsam mit der anleitenden Person. So werden Kompetenzen wie Gesprächsführung, Beobachtungsgabe und fachliche Urteilsfähigkeit gezielt gefördert.

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Ablauf einer Pflegevisite

Eine strukturierte Pflegevisite umfasst in der Regel diese Phasen:

  1. Vorbereitung: Sichtung der Pflegedokumentation, Festlegung der Gesprächsziele, Information der zu pflegenden Person
  2. Durchführung: Gespräch am Bett, Beobachtung des Allgemeinzustands (z. B. Haut, Haare, Mobilität), Überprüfung der Pflegemaßnahmen
  3. Dokumentation: Festhalten der Ergebnisse, Anpassung des Pflegeplans
  4. Nachbereitung: Besprechung im Team, Ableitung konkreter Maßnahmen

Eine Pflegevisite-Checkliste hilft dabei, keinen Aspekt zu vergessen. Sie umfasst typischerweise Punkte wie Ernährungszustand, Hautbild, Haarpflege, Mobilität, Schmerzempfinden, Medikamenteneinnahme und die subjektive Zufriedenheit der pflegebedürftigen Person.


Pflegevisite im Krankenhaus vs. in der ambulanten Pflege

Bei der Pflegevisite im Krankenhaus steht die kurzfristige Verlaufsbeobachtung im Vordergrund. Pflegefachkräfte überprüfen täglich oder mehrfach wöchentlich, ob Pflegeziele erreicht werden und ob der Pflegeplan angepasst werden muss. Jeder Fachbereich setzt dabei eigene Schwerpunkte. Ein Beispiel: Die onkologische Pflegevisite, die in der Tumortherapie zum Tragen kommt, berücksichtigt neben körperlichen Symptomen wie Schmerz, Fatigue oder Übelkeit auch psychosoziale Aspekte und koordiniert die Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team.

In der ambulanten Pflege findet die Pflegevisite im häuslichen Umfeld statt. Die Pflegefachkraft besucht die pflegebedürftige Person zu Hause, überprüft die Pflegesituation und bespricht Anpassungen gemeinsam mit Betroffenen und ggf. pflegenden Angehörigen. Hier ist besonderes Fingerspitzengefühl gefragt, da die häusliche Umgebung ein sehr persönlicher Raum ist. Vielen Patientinnen und Patienten ist es außerdem extrem wichtig, zu Hause bleiben zu können. Von der Pflegekraft sind u. a. eine sehr gute Beobachtungsgabe und Gesprächsführung gefragt.

Beispiel für eine gelungene Pflegevisite in der Ausbildung

Ein konkretes Beispiel für die Pflegevisite im stationären Bereich: Eine Pflegefachkraft und ein Auszubildender im dritten Ausbildungsjahr besuchen gemeinsam eine ältere Bewohnerin in einem Pflegeheim. Sie sichten vorab die Pflegedokumentation, sprechen dann offen mit der Bewohnerin über ihr Wohlbefinden und stellen fest, dass sie sich beim Waschen der Haare mehr Unterstützung wünscht. Dieser Wunsch wird im Pflegeplan ergänzt, die Maßnahmen werden angepasst und der Auszubildende dokumentiert den gesamten Vorgang eigenständig. Die Pflegevisite wird so zu einem wertvollen Lernfeld.

Tipp: Wer sich gezielt auf Prüfungen vorbereiten möchte, findet bei Cornelsen umfangreiches Lernmaterial: Das Lehrwerk Pflegias begleitet die generalistische Pflegeausbildung über alle drei Jahre und behandelt die Pflegevisite im Kontext von Pflegeprozess und Qualitätsmanagement. Im Sortiment finden sich auch weitere Materialien für die Prüfungsvorbereitung für Pflegefachkräfte.

Häufige Fragen zum Thema

Wer darf eine Pflegevisite durchführen?

Eine Pflegevisite wird in der Regel von Pflegefachkräften durchgeführt. Häufig sind zwei Pflegefachkräfte beteiligt: Eine Person leitet die Pflegevisite, während die andere beobachtet und dokumentiert. Auszubildende können im Rahmen ihrer Ausbildung schrittweise eingebunden werden und unter Anleitung einzelne Aufgaben übernehmen. Die Verantwortung liegt dabei bei den Pflegefachkräften.

Welche Inhalte umfasst eine Pflegevisite? 

Zu einer Pflegevisite gehören die Überprüfung des aktuellen Pflegebedarfs, der Pflegeziele und der durchgeführten Pflegemaßnahmen. Außerdem werden die Pflegedokumentation sowie die Zufriedenheit der pflegebedürftigen Person berücksichtigt. Typische Themen sind Mobilität, Ernährungszustand, Hautbild, Haarpflege, Schmerzempfinden und Medikamenteneinnahme. Die Ergebnisse werden dokumentiert und bei Bedarf in die Pflegeplanung übernommen.

Wie läuft eine Pflegevisite ab? 

Eine Pflegevisite beginnt mit der Vorbereitung, bei der die Pflegedokumentation gesichtet und Gesprächsziele festgelegt werden. Anschließend folgt das Gespräch mit der pflegebedürftigen Person sowie die Beobachtung des aktuellen Zustands und die Überprüfung der Pflegemaßnahmen. Danach werden die Ergebnisse dokumentiert und der Pflegeplan bei Bedarf angepasst. In der Nachbereitung werden die Erkenntnisse im Team besprochen und weitere Maßnahmen festgelegt.

Was ist das Ziel einer Pflegevisite?

Ziel einer Pflegevisite ist es, die Qualität der pflegerischen Versorgung systematisch zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Dabei werden Pflegebedarf, Pflegeziele und die Zufriedenheit der pflegebedürftigen Person gemeinsam betrachtet. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen dabei, Pflegemaßnahmen anzupassen und den Pflegeprozess aktuell zu halten. Gleichzeitig fördert die Pflegevisite die Kommunikation zwischen allen Beteiligten.