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Anglizismen im Deutschen 

DaF-Journal 

Sprichst du Denglisch?

Wir wissen, dass es „das Handy“ nur im deutschen Sprachraum gibt (BE mobile phone / AE cell phone). Ein Versuch der eingedeutschten Schreibung  „das Händi“ ist allerdings gescheitert. In der Schweiz dagegen ist auch noch „das Natel“ bekannt, ein Akronym für „Nationales Autotelefon“. Ein englischer Muttersprachler ohne Erfahrung im deutschen Sprachraum versteht „Natel“ natürlich nicht, bei „Handy“  ist er aber sogar deutlich irritiert.  In die gleiche Kategorie fallen auch Wörter wie „der Beamer“ oder „der Showmaster“, die im Englischen gar nicht oder anders benutzt werden. 

Aber natürlich gibt es im Deutschen eine Menge von Lehn- bzw. Fremdwörtern englischen Ursprungs. Die Zahl dieser Anglizismen ist in den letzten 30 Jahren stark angestiegen. Während „das Baby“ schon im 19. Jahrhundert durch englische Kindermädchen in Deutschland bekannt wurde, hat die weltweite Verbreitung von Geräten für elektronische Datenverarbeitung auch den Begriff „der Computer“ im deutschen Sprachraum selbstverständlich gemacht. Und so haben besonders im Zuge der Globalisierung von Wirtschaft  und Finanzwesen viele neue Wörter Einzug gehalten. Ob der „neue“ englische Begriff immer sinnvoll ist, wird oft diskutiert. Dass ein international agierendes Unternehmen einen CEO hat, scheint nachvollziehbar, ob man aber für die 100 Mietwohnungen einer Wohnungsbaugesellschaft einen Facility Manager braucht, kann bezweifelt werden.

Unsere Kursteilnehmer/-innen erleben, dass das Deutsch, was sie lernen, eine sehr lebendige Sprache ist. Das Gespür, wann ein Anglizismus angebracht ist, entwickelt sich aber nur sehr langsam. Die Lernenden wissen, dass wir Englisch als Mittlersprache im Kursraum nur im Ausnahmefall akzeptieren. Aber schon als Anfänger suchen sie nach sprachlichen Mitteln, um über Pläne oder Erlebtes zu sprechen. Sie waren auf einem Event, eine Show hat ihnen gut gefallen oder sie finden den Service einer Firma nicht zufriedenstellend. Wie sagt man das auf Deutsch? Später erfahren sie, dass auch eine Reihe von Verben ins Deutsche übernommen und der deutschen Konjugation angepasst werden. Sie haben das Video downgeloadet und einen Termin gecancelt. Dann scheint es ihnen auch naheliegend, dass sie das Buch auf den Tisch geputtet oder eine Datei gesavet haben. Wir freuen uns über das Verständnis der Bildung des Perfekts, müssen aber  leider darauf hinweisen, dass es so einfach nun auch wieder nicht ist.

Vielleicht lassen Sie die Kursteilnehmer/-innen einmal über die Vermischung von Deutsch und Englisch diskutieren. Dann können sie auch herausfinden, ob es in ihren Herkunftssprachen vergleichbare Einflüsse gibt.

Eine Anregung finden Sie im Kurs- und Übungsbuch „Fokus Deutsch – Erfolgreich in Alltag und Beruf B2“.

Hier gelangen Sie zum Kurs- und Übungsbuch und können bei „Blick ins Buch“ auf die Seite 184 blättern.